Wovon Maschinen träumen
Seit tausenden Jahren bauen Menschen schon Maschinen. Und abgesehen davon, dass sich durch ihren Einsatz so manche (Schwerst-)Arbeit massiv erleichtern oder wesentlich beschleunigen lässt, üben Maschinen seit jeher eine ganz eigene Faszination auf uns aus. Eine Faszination, die die Frage nach den zeitlosen Motiven hinter unserem steten Tüfteln an immer neuen Automaten, Robotern und Androiden aufwirft. Ist es unser Drang, die Natur und ihre Prozesse nicht bloß verstehen, sondern nachempfinden zu wollen? Unsere Anmaßung, die Natur zu verbessern? Kreieren wir künstliche Apparate, um die uns auferlegten Grenzen hinaus zu schieben oder – wenn möglich – überhaupt aufzuheben? Oder ist es schlicht unsere Neugier, die befriedigt werden will?
Wenn wir an Maschinen denken, assoziieren wir vor allem keuchende, stampfende Apparate, die durch heißen Dampf, Dieselaggregate oder elektrischen Strom angetrieben werden. Apparate, die rund um die Uhr, autonom und präzise das tun, was sie sollen und dabei ein unvorstellbares Maß an Kraft entfalten können. Doch was, wenn all diese unermüdlichen Arbeitsmaschinen einmal leerlaufen? Wenn sie für den Bruchteil einer Sekunde stillstehen oder auf den Schrottplätzen der Zivilisation vor sich hin rosten und auf ihr Recycling warten? Wovon sie dann wohl träumen mögen? Wenn wir uns nur für einen kurzen Moment auf diese an sich unsinnige Vorstellung einlassen, tauchen Bilder und Geschichten auf, die nicht so sehr von den Maschinen wie uns selbst erzählen. Von unseren Fantasien, Wünschen und Ängsten rund um Fortschritt und die von uns vorangetriebene, immer rasantere technologische Entwicklung.
Vierzehn Arbeiten von KünstlerInnen aus Europa und den USA
„Wovon Maschinen träumen“ versammelt Kunst-Maschinen, die mit ihren Pendants aus Industrie und Wirtschaft wenig gemeinsam haben. Keine Spur von Rationalität und Perfektion oder effizienzoptimierter Logik. Die Schau präsentiert Maschinen und robotische Apparaturen, die rein gar nichts produzieren außer den Geschichten, die sie erzählen. Und auch wenn keine Maschine der Welt je an das herankommen wird, was die Natur zu schaffen vermag, so ist jede einzelne von ihnen, ein eindrucksvolles Zeugnis für unser Streben, die Welt um uns herum erkennen, begreifen und beherrschen zu wollen. Insgesamt vierzehn künstlerische Arbeiten von renommierten KünstlerInnen aus Europa, und den USA spannen einen Bogen von zukunftsweisenden Designprojekten über ironisch-witzige mechanische Apparaturen bis hin zu vermeintlich schrägen Zukunftsvisionen, die in aller Regel eher früher als später Wirklichkeit werden. Versammelt sind all diese Arbeiten in einem großen Labyrinth mit roten Wänden. Über eine Rolltreppe gelangt die/der BesucherIn in dieses Labyrinth und findet sich in einer traumartigen Welt wieder. Eine Welt in der jeder Richtungswechsel neue Perspektiven eröffnet, neue Aus- und Einblicke, und die dazu zwingt, sich treiben zu lassen, von einem Raum zum nächsten, von Exponat zu Exponat. Solange, bis das Labyrinth seine BesucherInnen wieder freigibt und diese in der Etage darüber angelangt sind. Gerade eben noch voller Überraschungen präsentiert sich das Labyrinth von hier aus seltsam übersichtlich, klar strukturiert und transparent.
Ars Electronica zum zweiten Mal im Automobil Forum
An der Schnittstelle zwischen Technologie, Gesellschaft und Zukunft treffen sich die Volkswagen AG und die Ars Electronica: Beide beschäftigen sich mit der Frage, wie Technologie und Gesellschaft in Einklang gebracht werden können. Welche Anforderungen wird die Gesellschaft an Technik und im Falle von Volkswagen speziell an Mobilität stellen und wie können zukunftsfähige Lösungen für diese Fragen aussehen? Im vergangenen Jahr war die Ars Electronica erstmals zu Gast in Berlin. Damals besuchten mehr als 60.000 Gäste die Ausstellung „Poesie der Bewegung“. Alle Werke, die diesmal in der Berliner Ausstellung „Ars Electronica – Wovon Maschinen träumen“ zu sehen sind, wurden aus Arbeiten von KünstlerInnen auf der ganzen Welt neu kuratiert und sind in dieser Zusammenstellung noch nie gezeigt worden.
Das Automobil Forum Unter den Linden der Volkswagen AG bietet sich sowohl von seiner inhaltlichen als auch konzeptionellen Ausrichtung als Partner für die Präsentation einer Ausstellung der Ars Electronica in Deutschland an: als Showroom von Mobilität – hier präsentiert die Volkswagen AG die Marken Bentley, Bugatti, SEAT, Skoda, Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge – und als Ort der Begegnung, der Besuchern wechselnde Foto-, Kunst- und Wissenschaftsausstellungen bietet.
Ars Electronica – Wovon Maschinen träumen
7. Juli – 28. August 2011
Automobil Forum Unter den Linden
Unter den Linden 21, 10117 Berlin
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 10.00 – 20.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

