HUMAN FACTOR | Artists

bcl BCL / Georg Tremmel (AT/JP), Shiho Fukuhara (JP): BCL ist ein von Georg Tremmel (AT) und Shiho Fukuhara (JP) 2005 gegründetes künstlerisches Forschungsrahmenprogramm zur Untersuchung der Relationen, Kongruenzen und Differenzen biologischer und kultureller Codes mittels künstlerischer Interventionen und sozialer Forschung. Shiho Fukuhara schloss ihr Kunststudium am St. Martins College of Art and Design in London mit einem B.A. und den Studiengang Interaction Design am Royal College of Art mit einem M.A. ab. Georg Tremmel studierte Visuelle Mediengestaltung an der Universität für angewandte Kunst in Wien bei Peter Weibel und Karel Dudesek sowie Interaction Design am Royal College of Art (RCA).
biomason bioMASON, Inc. (US): CEO Ginger Krieg Dosier gründete 2012 das Unternehmen bioMASON. Inspiriert dazu wurde sie durch die Beobachtung von Korallen (eines sehr harten, zementartigen Materials, das die Natur bei optimaler Umgebungstemperatur mit niedrigem Energie- und Materialbedarf herstellt), motiviert durch die Überzeugung, dass es eine Lösung für die Reduktion der durch die globale Baustoffindustrie erzeugten CO2-Emissionen gibt. bioMason entwickelte eine Technologie, bei der Mikroorganismen eingesetzt werden, um Baumaterialien auf Basis von Biozement im wahrsten Sinn des Wortes wachsen zu lassen. Die firmeneigenen Herstellungsprozesse und -materialien des Unternehmens ermöglichen eine Produktion vor Ort bei Umgebungstemperaturen unter Verwendung örtlich verfügbarer Rohstoffe und ohne Einsatz von Brennstoffen zur Härtung des Materials. Das Biozementmaterial, dessen Stärke mit herkömmlichen Bausteinen vergleichbar ist, bietet sich als grüne Alternative zu Ziegeln an.
boschung Daniel Boschung (DE) beschäftigt sich als Künstler mit den Interaktionen zwischen Menschen und Maschinen und den Veränderungen vom analogen in das digitale Zeitalter. Bei seinem Hauptprojekt „Face Cartography“ untersucht er, wie Menschen auf von Industrierobotern gemachte Porträts reagieren. Mit der Life-Performance „The Past is faster than you“ visualisiert er das Tempo und die Menge des digitalen Informationsflusses. Mit der interaktiven Installation „Ways to Fortune“ animiert er den persönlichen und idividuellen Dialog zwischen Bankkunden und deren Beratern. „Moving Univers“ ist eine Installation, bei der die Globalisierung thematisiert wird. Vor seiner Laufbahn als Künstler arbeitete er als Werbe- und Reportagefotograf. Seine Bilder sind unter anderem im Wirschaftsmagazin Bilanz, Manager Magazin und in Geo-Saison erschienen. Viele seiner fotografierten Werbekampagnen wurden mehrfach und international ausgezeichnet.
burtonnitta Burton Nitta (UK/JP)Burton Nitta ist ein interdisziplinäres Kunst & Design-Studio in London, das von Michael Burton und Michiko Nitta geführt wird und unter Einbeziehung von Wissenschaft und Technologie die Welt der Zukunft und die Entwicklung der Menschheit erforscht. Arbeiten wie After Agri, Algaculture, The Algae Opera, The Republic of Salivation und The Instruments of the Afterlife wurden international publiziert und präsentiert, etwa im MoMA, New York, oder im Victoria and Albert Museum, London.
. Nicolas Deveaux (FR) ist Autor und Regisseur von Animationsfilmen (CGI und 3-D). Nicolas Deveaux hat sich ein sehr persönliches Universum um seine zwei Leidenschaften aufgebaut: Das Bild und die Tierwelt. 2003 absolvierte er die Supinfocom School of Computer Graphics, um daran anschließend seinen ersten professionellen Kurzfilm 7tonnes2 zu produzieren, der einen realistischen Elefanten als Trampolinchampion darstellt. Dieser Erfolg (präsentiert in verschiedenen internationalen Festivals wie dem bekannten Annecy-Festival in Frankreich) ermöglichte es ihm, weitere Projekte durchzuführen – von Dokumentationen (Sea Rex, Imax 3D, The Lazy Giant, TV-Dokumentation), Werbungen (Kinder, Okay Lotus, Lipton, SuperCroix etc.), bis hin zu Themenpark-Filmen (City of the Sea in Biarritz, EANA in der Normandie, usw.). Während er seinen realistischen Zugang professionalisierte, entwickelte er gleichzeitig Grafiken und poetische Texte, inspiriert von alten grafischen Drucken und Litographien – jedoch stets mit dem Blickwinkel, das Beste der Natur zu zeigen… von Tieren bis hin zu Pflanzen.
dillion Teresa Dillon (IE), Naomi Griffin-Murtagh (IE), Claire Dempsey (IE), Aisling McCrudden (IE): Opimilk wurde von Naomi Griffin-Murtagh, Claire Dempsey und Aisling McCrudden in Zusammenarbeit mit Dr. Teresa Dillon und dem Team der Science Gallery entwickelt. Naomi Griffin-Murtagh schloss 2013 den Studiengang Industriedesign am National College of Art and Design (NCAD) in Irland ab. Claire Dempsey studierte Immunologie und Aisling McCrudden Human Health und Disease am Trinity College Dublin. Das Team entwickelte das Projekt im Rahmen des zwölfwöchigen Kurses „Idea Translation Lab“. Opimilk zeigt Anwendungsmöglichkeiten der synthetischen Biologie auf, die eine sinnvolle Alternative zur Behandlung chronischer Schmerzen darstellen. Das Projekt untersucht, wie man natürlich vorkommende Substanzen im menschlichen Körper auf breiter Basis gesundheitsfördernd nutzen kann, und thematisiert gleichzeitig unsere Einstellung gegenüber solchen Behandlungen sowie ethische Fragen rund um die Entwicklung transgener Tiere.
ervinck Nick Ervinck (BE) erforscht die Grenzen zwischen verschiedenen Medien und strebt danach, Aspekte des Digitalen und Physischen miteinander zu verbinden. Das Studio Nick Ervinck wendet Werkzeuge und Techniken von neuen Medien an, um das ästhetische Potential der Bildhauerei, von 3-D-Drucken, Animationen, Installationen, Architektur und Design zu erkunden. Kurz gesagt, Ervincks Arbeiten schwanken zwischen dem Statischen und Dynamischen, und dem Erkunden von neuen virtuellen oder utopischen Gebieten.
inapro Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (DE) ist das größte Forschungszentrum für Binnengewässer in Deutschland. Es erarbeitet die wissenschaftlichen Grundlagen für die nachhaltige Bewirtschaftung der Gewässer, bildet den wissenschaftlichen Nachwuchs aus und berät Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit in Fragen des Gewässermanagements. Neben den disziplinär ausgerichteten Forschungsabteilungen werden am IGB die Forschungskompetenzen in drei abteilungsübergreifenden Programmbereichen gebündelt: Aquatische Biodiversität, Aquatische Grenzzonen und Interaktion Mensch-Gewässerökosystem. Die Langzeitforschung am Stechlin- und Müggelsee sowie an der Spree ist einzigartig für Deutschland und als Grundlage in der Klimafolgenforschung unverzichtbar.
ied Istituto Europeo di Design – IED (IT): Cesare Griffa (Koordinator) mit Mohamed Awaty, Victória Calil Barriatto, Anirudh Datta, Giulia Del Din, Samuel Fiolis, Riccardo Rigo (Studierende). Der Master in Smart Buildings und nachhaltigem Design am Istituto Europeo di Design in Turin ist ein einjähriges Programm. Die Studierenden nähern sich dem Thema Nachhaltigkeit mit Design-Strategien, um die Bereiche des Umweltschutzes, der Energie und des sozialen Verhaltens in den städtischen bebauten Zonen zu optimieren. Intelligente Gebäude sind in interaktive Web-Technologien eingebettet, damit die Architektur ihre Umgebung wahrnehmen und darauf reagieren kann. Das Master-Programm wird geleitet von Cesare Griffa, der die fortschrittlichsten digitalen Werkzeuge und Bio-Technologien nutzt, um neue Anwendungen im Bereich der nachhaltigen Architektur und des Designs zu erkunden. Die Studenten des Jahrgangs 2016 sind: Mohamed Awaty (Libyen), Victória Calil Barriatto (Brasilien), Anirudh Datta (Indien), Giulia Del Din (Italien), Samuel Fiolis (Italien), Riccardo Rigo (Italien).
certainmeasures CERTAIN MEASURES (DE/US) ist ein Büro für Design-Wissenschaft. Wir bringen mithilfe von Daten, Geometrie, Mathematik und neuen Technologien Objektivität und Klarheit in Räume, Gebäude und Designprobleme der Stadt. Aufbauend auf einer profunden Ausbildung und Expertise in Design und Technologie, kreieren wir Soft- und Hardware, um neue Projekte zu initiieren, wobei wir Open-Source-Tools nutzen und flexible Kooperationen mit anderen DesignerInnen und ExpertInnen eingehen. Wir können auf ein breit gefächertes Hintergrundwissen in den Bereichen Architektur, Robotik, Computerwissenschaft und Mathematik zurückgreifen, um Komplexität zu reduzieren und die menschliche Raumerfahrung zu zu bereichern und zu verwandeln. Imagination X Evidence, Design X Science: CERTAIN MEASURES.
melchiorri Julian Melchiorri (UK/IT) ist ein britischer/italienischer Designer, Ingenieur und Innovator aus London. International wurde er vor allem mit seinen visionären Projekten „silk leaf“ und „exhale“ bekannt. Im Rahmen dieser Projekte konzentrierte er sich auf den Einsatz radikaler Lösungen für urbane und industrielle Lebensumwelten durch neue photosynthetische Instrumente, die er selbst im Labor entwickelte. Der Fokus seiner Arbeiten liegt am Schnittpunkt Kunst und Wissenschaft und erforscht neue Szenarien durch innovative Experimente mit Materialien, Funktionsweisen und Interaktionen.
Agnes Meyer-Brandis Agnes Meyer-Brandis (DE) bewegt sich in ihren weltweit gezeigten Arbeiten zwischen Bildhauerei und Medienkunst an der Grenze von Kunst und Wissenschaft, wobei sie sich speziell für den Zwischenbereich zwischen Faktum und Fiktion interessiert.
morone Jennifer Lyn Morone (US) ist eine interdisziplinäre Multimediakünstlerin, die sich für ethische Werte einsetzt. Sie absolvierte den Bachelor-Studiengang Bildhauerei am SUNY Purchase and the Pratt Institute, New York, und schloss das Studium Design Interactions am Royal College of Art, London, mit einem Master of Arts ab. Aus Protest gegen die zunehmende staatliche Überwachung und die Vermarktung persönlicher Daten gründete sie 2014 Jennifer Lyn Morone™ Inc. und machte sich selbst zum Produkt des eigenen Unternehmens. Ihre Arbeiten wurden in Zeitschriften wie Economist, Wired, WMMNA, the Guardian, BBC World News, und dem Observer vorgestellt und international in Galerien, Museen und bei Festivals ausgestellt, u.a. Reverse Gallery, EMAF, Carroll/Fletcher, HEK, Noorderlicht, ZKM, SMBA und transmediale. Derzeit lebt und arbeitet sie in den USA, in Großbritannien und Deutschland.
munro Gavin Munro (UK) wurde 1975 in Großbritannien geboren. Die Liebe zur Natur begleitet ihn seit seiner Kindheit und vertiefte sich, als er nach einem chirurgischen Eingriff an der Wirbelsäule lange Zeit zur Bewegungslosigkeit gezwungen war. Seine künstlerische Begabung zeigte sich schon früh und wurde an der Art College and Design School gefördert, daneben besuchte er eine Tischlerlehre und arbeitete als „Öko-Designer” und Gärtner in den USA. Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien 2005 begann er, auf einen von Freunden zur Verfügung gestellten Grundstück an seinem Projekt „Grown Furniture‟ (selbst wachsende Möbel) zu arbeiten.
nolte Tobias Nolte (DE) ist Mitbegründer des Designbüros Certain Measures. Bevor er sich selbstständig machte, war er Direktor von Gehry Technologies in New York, wo er ein Team von ArchitektInnen und DesignerInnen leitete, das parametrische und computergestützte Methoden in den Bereichen Design und Bau entwickelte. Davor war er Leiter des europäischen Büros von Gehry Technologies in Paris, wo er mit einer Reihe renommierter internationaler Designunternehmen wie Gehry Partners, Zaha Hadid Architects, Snohetta, UNStudio, Coop Himmelb(l)au und vielen anderen zusammenarbeitete. Vor seiner Tätigkeit für Gehry Technologies war er Forschungsassistent an der Harvard Graduate School of Design und arbeitete für Preston Scott Cohen, Inc. Er unterrichtete digitales Design an der École Spéciale d’Architecture in Paris sowie an der Universität für angewandte Kunst in Wien und war als Designkritiker u.a. für die Harvard Graduate School of Design (GSD), das MIT sowie das Centre for Information Technology and Architecture (CITA) tätig. Nolte studierte in Berlin und Los Angeles und erwarb ein Diplom in Architektur der Technischen Universität Berlin.
papadopoulou Dafni Papadopoulou (GR) lebt und arbeitet als Architektin in Athen. Sie kooperierte mit diversen Architekturbüros in Barcelona und Athen und gewann Preise bei mehreren Architekturwettbewerben. Ihre Interessensschwerpunkte sind die Interaktion zwischen Körpertechniken sowie die Konditionen im Raum und im urbanen Umfeld. Sie experimentierte mit algorithmischem Design, Interaktionstechnologien und elektronischen Textilien.
psarra Afroditi Psarra (GR) ist eine Medienkünstlerin, die in den Bereichen E-Textilien, DIY-Elektronik und Creative Coding arbeitet. Sie absolvierte die Kunsthochschule in Madrid und konzentrierte sich in ihrer akademischen Forschung auf Cyperpunk und New Media Art mit Schwerpunkt Verschmelzung von Ideen aus der Sciencefiction-Literatur mit digitalen Praktiken. Sie war Praktikantin bei Disney Research Zürich. Ihre Arbeiten wurden bei zahlreichen Ausstellungen in ganz Europa gezeigt. Derzeit lebt und arbeitet sie in Athen, in Kürze übernimmt sie eine Professur am Center for Digital Arts and Experimental Media der University of Washington in Seattle.
quayola Quayola (IT): Der in London lebende bildende Künstler Quayola beschäftigt sich mit den Dialogen und den unvorhersehbaren Kollisionen, Spannungen und Harmonien zwischen dem Realen und dem Artifiziellen, dem Figurativen und dem Abstrakten, dem Alten und dem Neuen. In seinen Arbeiten erforscht er die Möglichkeiten von Fotografie, Geometrie, zeitbasierten digitalen Skulpturen, immersiven audiovisuellen Installationen und Performances.
Quayolas Werke sind in zahlreichen Museen vertreten und wurden bei internationalen Festivals gezeigt, u.a. Biennale von Venedig, Victoria and Albert Museum (London), British Film Institute (London), Park Ave Armory (New York), BOZAR (Brüssel), Palais de Tokyo (Paris), Cité de la Musique (Paris), Palais des Beaux Arts (Lille), MNAC (Barcelona), National Art Center (Tokio), UCCA (Beijing), Paço das Artes (São Paulo). Triennale di Milano (Mailand), Grand Théâtre (Bordeaux), Ars Electronica (Linz), Elektra Festival (Montreal) und Festival Sónar (Barcelona).
tonski Jacob Tonski (US) hat einen Mastertitel des Department of Design Media Arts der University of California (UCLA). Er studierte Computerwissenschaft an der Brown University (USA) und arbeitete als technischer Leiter bei den Pixar Animation Studios. Er hielt Vorträge an der Haystack Mountain School of Craft und an der School for Poetic Computation (SFPC). 2014 erhielt er eine Auszeichnung beim Prix Ars Electronica, 2013 das Stipendium der Sustainable Arts Foundation und 2010 war er Stipendiat im Studio for Creative Inquiry der Carnegie Mellon University. Derzeit ist er Juniorprofessor an der Abteilung Art and Technology Studies des School of the Art Institute of Chicago (SAIC). Seine Arbeiten wurden in China, Brasilien sowie in ganz Europa und den USA gezeigt.
tresset Der Künstler Patrick Tresset (FR/UK) entwickelt theatralische Installationen mit Robotern als Akteure. Dabei verwendet er Computersysteme, die künstlerische, expressive und obsessive Aspekte in das Verhalten des Roboters integrieren. Die Systeme basieren auf der Erforschung menschlichen Verhaltens, wobei im Fokus steht, welche Zeichen Menschen setzen, wie sie Personen darstellen oder Kunstwerke wahrnehmen. Tresset entwickelt auch Roboter und Computersysteme, die Zeichnungen, Gemälden und Animationen produzieren. Seine Arbeiten sind in bedeutenden Museen vertreten, u.a. Centre Pompidou (Paris), Tate Modern (London), Museum of Israel (Jerusalem), Victoria and Albert Museum (London), MMCA (Seoul), BOZAR (Brüssel), Prada Foundation (Mailand), und wurden bei Festivals und Events wie der Ars Electronica, Update_5, WRO 2015 und BIAN Montréal präsentiert.
uh513 uh513 / María Castellanos (ES), Alberto Valverde (ES) begannen ihre Zusammenarbeit 2009. Maria Castellanos promovierte an der Fakultät für Bildende Kunst der Universität Vigo, Spanien. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit dem Körper, insbesondere mit der Wahrnehmung und sensorischen Defiziten, auseinander. Einen Schwerpunkt bilden dabei Hybridisierungen zwischen Cyborgs und Wearables als Paradigma für die Erweiterung sensorischer Fähigkeiten. Der Künstler und Techniker Alberto Valverde gestaltet interaktive Environments und Multimediaspektakel sowie Webdesign und experimentiert mit Robotik, wobei er auf umfassende Erfahrung im Bereich Systemplanung zurückgreifen kann. Er hielt u.a. auch Lehrveranstaltungen zum Thema Multimedia für KunststudenInnen an der Universität Vigo, Spanien, ab. In seinen Arbeiten untersucht er Chaos als eine andere Form von Ordnung.
unknownfields Unknown Fields Division (UK/AU) ist ein nomadisches Design- und Forschungsstudio, das von Kate Davies und Liam Young geleitet wird. Die beiden unternehmen Expeditionen an das Ende der Welt und machen Bestandsaufnahmen von vergessenen Landschaften, industriellen Ökologien und gefährdeter Wildnis. Diese entlegenen Landschaften – spektakuläre und ignorierte, abgetragene, verstrahlte und unberührte Terrains – sind in globale Systeme eingebettet, die sie auf ebenso überraschende wie komplexe Weise mit unserem Alltag verbinden. Das Studio verwendet die Medien Film und Animation, um in dieser Landschaft miteinander verwobener Narrative ein Netzwerk verborgener Geschichten aufzuspüren und aufzuzeichnen und die komplexen und widersprüchlichen Realitäten der Gegenwart als Orte seltsamer, außergewöhnlicher Zukunftsszenarien neu zu denken.
witt Andrew Witt (US) ist Mitbegründer von Certain Measures und Juniorprofessor für Architektur an der Harvard University, wo er Geometrie und digitales Design unterrichtet. Davor war er Forschungsleiter bei Gehry Technologies und entwickelte Prototypen für neue Softwaredesign-Tools wie etwa GTeam (nach der Übernahme von Gehry Technologies durch Trimble im Jahr 2014 Trimble Connect genannt) sowie Direktor von Gehry Technologies (GT) Paris, der französischen Niederlassung des Unternehmens, wo er komplexe geometrische Lösungen für Partner wie Gehry Partners, Ateliers Jean Nouvel, UN Studio und Coop Himmelb(l)au entwickelte. Während seiner Schulzeit arbeitete er als Forscher bei IBM Research, wo er neue Collaboration-Technologien patentierte. Der ausgebildete Architekt und Mathematiker ist durch zahlreiche Publikationen und Vorträge an renommierten Universitäten und Institutionen bekannt, u.a. Yale, Princeton, MIT, Stanford, UCLA, ETH und EPFL. Er schloss sein Studium an der Harvard Graduate School of Design mit einem M.Arch (mit Auszeichnung, AI-Medaille) und einem Master of Design (Geschichte und Theorie, mit Auszeichnung) ab.
yqp YQP (US/DE) ist ein in New York und Berlin angesiedeltes Künstlerkollektiv, das aus Maximilian Hoch, Florian Dohmann und Manuel Urbanke besteht. Mit Projekten wie „Datenmarkt“, „Schwarzmarkt“ und „Unfinished“ reflektiert die Gruppe Themen unserer Zeit und betrachtet Technologie mit interaktivem Storytelling. Ihre interaktiven Kunstexperimente sind von deutschen Medien aufgegriffen worden und haben Diskussionen über digitale Privatsphäre, den Wert der Arbeit und künstliche Intelligenz angeregt.