Ars Electronica in Berlin 2017 | KünstlerInnen

Akamatsu Nelo Akamatsu (JP): Der japanische Künstler Nelo Akamatsu bedient sich verschiedener künstlerischer Medien und Formate, wie z. B. multimedialer und performativer Installationen, Videoinstallationen, Skulpturen, Gemälde und Fotografien. 2005 schloss er sein Kunststudium an der Tokyo National University of Fine Arts and Music im Fachbereich Intermediale Kunst ab. Nelo Akamatsu ist Preisträger der Golden Nica des Prix Ars Electronica 2015 in der Kategorie Digital Musics and Sound Art und seine Ausstellungsbeteiligungen sind international angefragt.
Akten Memo Akten (TR/UK) forscht künstlerisch und wissenschaftlich an Formen der Datenverarbeitung und ist im Besonderen an Kollisionen von Natur, Wissenschaft, Technologie, Ethik, Ritual, Tradition und Religion interessiert. Durch die Kombination kritischer und konzeptueller Ansätze bezüglich Form, Bewegung und Ton schafft er „Daten Dramen“ natürlicher und anthropogener Prozesse. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitet Memo Akten an seiner Promotion an der Goldsmiths University of London zu den Themen Künstliche Intelligenz und Mensch-Maschine-Interaktion. Seine Arbeiten wurden international gezeigt und aufgeführt und werden in Büchern und wissenschaftlichen Aufsätzen zitiert. Im Jahr 2013 erhielt er die Goldene Nica in der Kategorie Computer Animation / Film / VFX des Prix Ars Electronica für die Arbeit „Forms“, eine Kollaboration mit dem Künstler Quayola.
exonemo Exonemo (JP): 1996 gründeten Akaiwa Yea und Sembo Kensuke das Künstlerduo Exonemo. Ihre experimentellen Projekte sind humorvolle und innovative Erforschungen der Paradoxa des digitalen und analogen Lebens, Computernetzwerke und materieller Umwelt. Exonemo gewann die Goldene Nica in der Kategorie Net Vision beim Prix Ars Electronica im Jahr 2006. Das Duo organisiert seit 2012 auch die Treffen des Künstlerkollektivs Secret Society IDPW und des Internet-Schwarzmarktes „Internet Yami-Ichi“.
Goto Akinori Goto (JP): Der Künstler und Designer Akinori Goto wurde 1984 in Japan geboren und lebt in Tokio. Er studierte Kommunikationsdesign an der Musashino Art University. Goto verbindet neueste Technologien mit klassischen Methoden und Medien und schafft so neue Ausdrucksformen. Er widmet sich der Dechiffrierung unsichtbarer Verbindungen und Beziehungen hinter Menschen und Objekten, die er aus einer Vielzahl von Perspektiven betrachtet. Für seine Arbeit hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten.
Van Herpen Iris van Herpen (NL), geboren 1984, ist  Modeschöpferin. Sie studierte Modedesign an der ArtEZ Akademie für Bildende Künste Arnhem und absolvierte Praktika bei Alexander McQueen in London und Claudy Jongstra in Amsterdam. Van Herpen fiel sehr schnell mit ihren bemerkenswerten Modeschauen auf. 2007 gründete sie ihr eigenes Modelabel. Iris van Herpen kreiert Damenkollektionen. Ihre Designs erfordern eine einzigartige Behandlung des Materials oder die Herstellung völlig neuer Materialien. Daher bevorzugt van Herpen interdisziplinäre Forschung und die oft regelmäßige Zusammenarbeit mit KünstlerInnen aus verschiedensten Disziplinen. Seit Juli 2011 ist sie ein Gastmitglied der renommierten Pariser Chambre Syndicale de la Haute Couture, die Teil der Fédération Française de la Couture ist. Sie nimmt an internationalen Ausstellungen teil und designt zwei Kollektionen pro Jahr. Ihre Arbeiten wurden mit vielen Preisen sowie in Ausstellungen, Publikationen und mit der erwähnten Gastmitgliedschaft gewürdigt.
Hesse-Honegger Cornelia Hesse-Honegger (CH) wurde 1944 in Zürich geboren. Sie studierte ein Jahr an der Zürcher Hochschule der Künste und wurde am Zoologischen Institut der Universität Zürich zur wissenschaftlichen Illustratorin ausgebildet. Dort war sie 25 Jahre als freiberufliche Zeichnerin für Genetiker und Taxonomen tätig. Später arbeitete sie auf verschiedenen meeresbiologischen Stationen im Mittelmeer und dem Südpazifik. Nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl untersuchte sie in den Jahren 1987-1990 Wanzen und Pflanzen in vom radioaktiven Niederschlag betroffenen Regionen in Schweden und Tschernobyl, sowie im Tessin. 1988 führte sie erstmals Studien mit Wanzen in der Schweiz durch, die im Umfeld von Atomreaktoren leben. 1988 und 1989 veröffentlichte sie die ersten Artikel über deformierte Wanzen und Fruchtfliegen. 1989 und 1999 folgten Studien zum Gesundheitszustand von Wanzen im Umfeld der Wiederaufbereitungsanlagen Sellafield, UK, und La Hague in Frankreich. Später Studien zu Wanzen nahe der Reaktoren Three Mile Island und Peach Bottom Plant in Pennsylvania im Jahr 1991 und Krümmel und Stade sowie Gundremmingen in den Jahren 1995 und 2002. 1997 erforschte sie Wanzen in der Umgebung nuklearer Testgelände in Nevada und Utah, USA, und 1998 in Hanford. Ihre Ausstellung „After Chernobyl“ tourte zwischen 1992 und 1999 durch Europa und Kanada. Seit 1994 arbeitet sie in Kooperation mit der Agentur Locus+, Newcastle upon Tyne, die die Ausstellung und das gleichnamige Buch „The Future’s Mirror“ betreuten. 1998 kam ihr Buch „Heteroptera – Bilder einer mutierenden Welt“ bei Zweitausendeins heraus. Die englische Fassung erschien 2013 im Scalo Verlag, Zürich. 2016 veröffentlichte sie „Die Macht der schwachen Strahlung“. Seit 1986 arbeitet Cornelia Hesse-Honegger mit dem Seidenhersteller „Fabric Frontline“ aus Zürich, für den sie 75 Designs entwarf, die sich erfolgreich verkauften. So konnte sie ihre wissenschaftliche Arbeit finanzieren.
Kubisch Christina Kubisch (DE), 1948 in Bremen geboren, studierte Malerei, Komposition und Elektronische Musik in Hamburg, Graz, Zürich und Mailand. Neben Ihrer Arbeit als Klangkünstlerin komponierte sie elektroakustische und instrumentelle Stücke, Audioarbeiten und Radioproduktionen. Die Künstlerin wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet und erhielt verschiedene Arbeits- und Residenzstipendien. Christina Kubisch ist eine der Pionierinnen der Klangkunst und setzte in ihren Installationen Techniken wie die Induktion künstlerisch ein. An ihrem Werk lässt sich eine künstlerische Entwicklung aufzeigen, die häufig als „Synthese der Künste“ beschrieben wird – die Entdeckung des Klangraumes und der Dimension der Zeit in den visuellen Künsten einerseits und die Neubestimmung des Verhältnisses von Material und Form in der Musik andererseits.
Kimyonghun Shinseungback Kimyonghun (KR) ist ein in Seoul (Republik Korea) ansässiges Künstlerduo. Der Informatiker Shin Seung Back und der Künstler Kim Yong Hun widmen sich der Erforschung des Einflusses der Technologie auf den Menschen. Shin Seung Back studierte Informatik an der Yonsei University und Kim Yong Hun absolvierte einen Bachelor of Visual Arts am Sydney College of the Arts. Sie lernten sich an der „Graduate School of Culture Technology“ an der koreanischen Universität KAIST kennen. Nach Beendigung des Graduiertenkollegs 2012 begannen die beiden, als Künstlerduo Shinseungback Kimyonghun zusammenzuarbeiten. Ihre Arbeiten wurden unter anderem auf der Ars Electronica, auf der Vienna Biennale, im ZKM und im MMCA Korea gezeigt.
monte Isaac Monté (BE) hat eine Faszination für außergewöhnliche Materialien und den starken Drang, diese zu beherrschen und zu bearbeiten. Der belgische Designer wohnt und arbeitet in Rotterdam (NL) und studierte an Kunsthochschulen in Belgien, den Niederlanden und Norwegen. Sein Interesse an Produktdesign vertiefte er während seines Studiums an der Willem de Kooning Academy in Rotterdam, wo er 2013 seinen Abschluss als Produktdesigner machte. Isaac Montés Arbeiten wurden in zahlreichen Galerien und Ausstellungen in Belgien, den Niederlanden, Italien und Deutschland gezeigt. Isaac lehrt in verschiedensten Einrichtungen von Industrie (IKEA) bis hin zur Kunsthochschule. 2013 wurde er für sein Projekt „Filter Factory“ mit dem Threshold Prize als talentiertester Studienabgänger ausgezeichnet. 2014 erhielt er den Henri Winkelman Award für junge kreative Unternehmer in Rotterdam, und 2015 war er einer der Preisträger der Bio Art and Design Awards und erhielt somit die Möglichkeit, zusammen mit Toby Kiers, Professor für Evolutionäre Biologie an der Freien Universität Amsterdam, die Arbeit „The Art of Deception“ zu entwickeln.
Quadrature Quadrature (DE): Das Kollektiv Quadrature widmet sich wissenschaftlichen Fragen und physikalischen Experimenten unter Einbeziehung neuer Technologien und universitärer Forschung als Inspiration und Material. Sie alle verbindet ihre Leidenschaft für Maschinen und das Weltall. Die Mitglieder Juliane Götz, Sebastian Neitsch und Jan Bernstein (bis 2016) wurden mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, darunter das Stipendium des European Digital Art and Science Networks, das Residenzstipendium der Akademie Schloss Solitude sowie das Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, so z. B. am Künstlerhaus Wien, auf der International Digital Arts Biennial in Montreal oder im The Modern Art Museum Santralistanbul in Istanbul.
Rozin Daniel Rozin (IL) ist Künstler, Lehrer und Entwickler im Bereich der interaktiven digitalen Kunst. Als interaktiver Künstler erschafft Rozin Skulpturen und Installationen mit der einzigartigen Fähigkeit, auf Anwesenheit und Standpunkt der Betrachter zur reagieren. Mal wird der Zuschauer Teil des Werks, mal kann er zur Entstehung des Werks beitragen. Obwohl Rozin in seinen Arbeiten oft Computer einsetzt, sind diese selten zu sehen. Rozin lehrt im ITP-Programm an der Tisch School of the Arts, New York University als Associate Arts Professor. Er lebt und arbeitet in New York. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in den USA und weltweit gezeigt, erschienen in vielen Publikationen und wurden mehrfach ausgezeichnet.
Sigman / Sardón Mariano Sardón (AR) wurde in Argentinien geboren. Er ist Professor und Leiter des Lehrstuhls für Electronic Art an der Universidad Nacional de Tres de Febrero. 2004 bis 2013 war er akademischer Berater für das interaktive Kunstprogramm im Espacio Fundación Telefónica Argentina. Er hat Physik an der Universidad de Buenos Aires studiert und war Gastwissenschaftler am Institut für Theater, Film und Fernsehen der University of California in Los Angeles.  Mariano Sardón ist ein international angefragter Künstler und Prix Ars Electronica Jury-Mitglied.

Mariano Sigman (AR) wurde in Argentinien geboren. Er absolvierte einen Masterstudiengang in Physik an der Universidad de Buenos Aires und ein Promotionsstudium der Neurowissenschaften in New York. Er zog nach Paris und beschäftigte sich dort mit Entscheidungsfindung, kognitiver Architektur und dem menschlichen Bewusstsein. Im Jahr 2006 gründete er an der Universidad de Buenos Aires eine Forschungsgemeinschaft für Integrative Neurowissenschaften in der Physiker, Psychologen, Biologen, Ingenieure, Erziehungswissenschaftler, Linguisten, Mathematiker, Künstler und Computerwissenschaftler zusammenarbeiten. Die Gruppe hat einen empirischen und theoretischen Ansatz der Entscheidungsfindung entwickelt, dessen Schwerpunkt auf dem Verstehen von Vertrauen und subjektiver Überzeugung liegt. In jüngerer Vergangenheit widmet sich Sigman vermehrt der Frage, wie das derzeitige Wissen über das menschliche Gehirn und den Verstand die Bildungspraxis verbessern kann.

Smrekar Maja Smrekar (SI) wurde 1978 in Slowenien geboren. 2005 schloss Sie ihr Studium im Bereich Bildhauerei an der Academy of Fine Arts and Design und der Academy of Theatre, Radio, Film and Television in Ljubljana ab. 2016 erhielt sie einen Master of Arts im Bereich Neue Medien. Für ihre Arbeiten hat sie folgende Auszeichnungen erhalten: 1. Platz beim Cynetart Festival des European Centre for Arts Hellerau (Dresden/Germany) 2012, Honorary Mention beim Ars Electronica Festival 2013 (Linz/Austria), Golden Bird Award 2013: die Auszeichnung der Liberal Academy für besondere Errungenschaften auf dem Gebiet der Bildenden Kunst (Ljubljana/Slowenien), Prix Ars Electronica 2017: Goldene Nica der Ars Electronica (Linz/Österreich). Maja Smrekar lebt und arbeitet in Ljubljana und Berlin.
Yanamaka Yamanaka Laboratory (JP): Prof. Yamanaka, ein weltweit führender Designer und Entwicklungsingenieur, gründete sein Laboratorium an der Keio University im Jahr 2008. Er baute auch das Prototyping & Design Laboratory an der Universität Tokio im Jahr 2013. Sein Ziel ist es, die Rolle der Prototypen durch eine tiefere Grundlagenforschung zu untersuchen Eine Methode zur Unterstützung der Sozialisation der fortgeschrittenen Technologie zu etablieren. Ein weiteres Ziel ist es, eine neue Art von Ingenieur zu fördern, der zu der aufkommenden Schnittstelle zwischen Technologie und ästhetischen Empfindungen beitragen kann.